«Man kann nicht immer alles planen»

Priska und Marcel Dettling bringen als Powerpaar Familie, Hof und Politik unter einen Hut. Vieles habe sich einfach so und ungeplant ergeben, wie die Wahl von Marcel in den Nationalrat, betont Priska Dettling.

Wer zu Dettlings auf den Hof in Oberiberg SZ fährt, wird sogleich von den drei Kindern Remo, Eliane und Julia in Empfang genommen. «Sie interessieren sich für alles, was auf dem Hof passiert», erklärt Marcel Dettling lachend. So sitzen sie auch daneben, während ihr Papa und ihre Mama Priska von ihrem Alltag als Familie und als Ehepaar erzählen. «Vieles ist uns einfach zugefallen», erklärt Priska Dettling gleich zu Beginn des Gesprächs. Weil Marcel immer schon politisch aktiv gewesen sei, habe sie schon vor ihrer Hochzeit am 29. Mai 2010 gewusst, was sie in diesem Bereich erwarte. Marcel Dettling stieg jung in die Politik ein, war Gründungsmitglied der Jungen SVP Kanton Schwyz, von 2009 bis 2013 Präsident der SVP Ybrig und wurde bereits 2008 in den Kantonsrat gewählt.

Unerwartete Wahl
«Mit der Wahl in den Nationalrat habe ich aber nie gerechnet», betont Marcel Dettling. Da er der dritte Mann auf der Liste gewesen sei und die beiden bisherigen kandidiert hätten, habe er sogar geplant nach den Nationalratswahlen politisch kürzer zu treten. Dass es anders kam und Marcel Dettling 2015 als SVP-Vertreter des Kantons Schwyz in den Nationalrat gewählt wurde, nimmt seine Frau Priska pragmatisch: «Man kann nicht alles planen im Leben. Schlussendlich ist es einfach eine Frage der Organisation. Die Wahl ist auch ein Vertrauensbeweis in meinen Mann und ich unterstütze ihn gerne bei dieser Arbeit.»

80 Tage in Bern
Obwohl sie selber auf einem Bauernhof aufgewachsen sei, hätte sie nie damit gerechnet Bäuerin zu werden, betont Priska Dettling. «Ich arbeitete zuerst als Pflegefachfrau und danach liess ich mich zusätzlich zur Kosmetikerin ausbilden. Nach unserer Hochzeit kamen kurz nacheinander die drei Kinder und ich war vor allem Mami. Nun ist Marcel bis zu 80 Tagen pro Jahr in Bern. Da braucht es uns beide auf dem Hof.» Mittlerweile schätze sie die Arbeit mit den Tieren und zum Beispiel auch das Melken sehr. Immer mit dabei sind die drei Kinder. «Ich nehme sie einfach mit und obwohl sie noch klein sind, packen sie schon erstaunlich gut an.» Unterstützung bekommen die Dettlings zusätzlich von Marcels Familie. «Wenn ich Sommersession habe, nimmt mein Bruder Ferien und hilft uns beim Heuen», ergänzt ihr Mann.

Auszeit auf den Skis
Wenn es im Winter etwas ruhiger wird, zieht es die Familie zum Skifahren ins Skigebiet Hoch-Ybrig. Dort arbeitet Marcel Dettling auch für die Skilift AG. «Mir gefällt diese Arbeit, weil ich dabei nahe an den Menschen bin und sich viele interessante Gespräche ergeben.» Doch am liebsten sind im seine Kühe, in deren Zucht die ganze Familie Dettling seit vielen Generationen viel Zeit und Liebe investiert. Was für Marcel Dettling seine Kühe sind, ist für seine Frau Priska ihr Garten. «Das ist mein Reich und ich kann bei dieser Arbeit abschalten», sagt die Bäuerin. Sie interessiere sich sehr für das Thema Selbstversorgung und schätze es, wenn sie so viel wie möglich selber herstellen könne. Das Thema Garten scheint das Stichwort für die kleine Julia zu sein. Es sei ihr langweilig und sie wolle jetzt Velofahren gehen, erklärt sie bestimmt. Sowieso gibt es an diesem Frühsommertag noch viel zu tun. Aber auch das packen die Dettlings mit Freude und Energie an – eben wie ein richtiges Powerpaar.

 

zum Bericht im Schweizer Bauer

2018-01-07T22:23:38+00:00